WO DIE GONDELN HERKOMMEN…GLI SQUERI

WO DIE GONDELN HERKOMMEN…GLI SQUERI

Gli Squeri di Venezia
Lo “squero” è il tipico cantiere navale veneziano per la costruzione e riparazione di imbarcazioni a remi di piccole dimensioni: gondole e sandoli, pupparini e altre tipiche della laguna veneziana.

Il complesso sorge sempre lungo un canale con un piano inclinato, scivolo, che serve per mettere in acqua e tirare a secco le barche.
La tesa è la costruzione in legno aperta verso il canale dove si lavora e si tengono gli attrezzi.
La struttura comprende anche la casa del proprietario che presentava la tipica architettura delle case di montagna poiché sia i carpentieri che il legno usato per la costruzione delle barche venivano dal Cadore, zona di montagna non lontana da Venezia, oggi in provincia di Belluno.
Ai tempi della Repubblica di Venezia qui venivano costruite le piccole imbarcazioni, mentre le grandi navi militari o mercantili erano costruite nel famoso Arsenale di Venezia, vasta area di cantieristica navale nel sestiere di Castello.
Una volta gli squeri in città erano numerosi, oggi ne sono rimasti attivi solo pochi perché le imbarcazioni a remi si usano poco e si prediligono le barche a motore. Inoltre anche il legno al giorno d’oggi è poco usato per la costruzione di barche a favore di nuovi materiali.
Lo squero ancora attivo più bello e caratteristico è quello di San Trovaso.

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“Squero” ist eine kleine, typische venezianische Werft (oder aufgrund der Größe besser Werkstatt) für Gondeln und kleine Ruderboote der Lagune. Unterhalb der Werft zweigt ein Seitenkanal ab, es gibt eine Rutsche, die ins Wasser führt, um die Boote auszusetzen. Gegenüberliegend ist das kleine Haus des Weftbesitzers. In der Zeit der Serenissima Republik von Venedig wurden hier Gondeln und kleine Ruderboote der Lagune gebaut und repariert, große Handels- und Militärschiffe wurden hingegen im Arsenale gebaut. Heutzutage sind die noch aktiven “squeri” in Venedig sehr wenige, weil man nicht mehr viele Ruderboote, sondern Motorboote benutzt. Der schönste noch aktive “squero” ist San Trovaso.

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Questo breve contributo è stato redatto da un’ospite sul mio blog, la veneziana Isabella Penzo, laureata in storia dell’arte e letteratura italiana. Isabella è ricercatrice, organizza delle mostre e visite guidate ed è (co)autrice di alcune pubblicazioni su Venezia.

Dieser kurze Beitrag stammt von meiner Gastbloggerin Isabella Penzo aus Venedig. Sie hat Kunstgeschichte und italienische Literatur studiert. Isabella forscht, organisiert Ausstellungen und Stadtführungen und ist Autorin und Coautorin einiger Publikationen über Venedig.

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Bildnachweis: Gondoliere (pixabay.com), San Trovaso (commons.wikimedia.org), privat

 

Libera: Mutiger Kampf gegen die Mafia

Libera: Mutiger Kampf gegen die Mafia

Die Mafia ist nie Parallelwelt, sondern Teil unserer Welt, sie ist unter uns, sie passt sich rapide den Veränderungen der Gesellschaft an.” (Don Luigi Ciotti, in DIE WELT, 24.8.2015)

Rom. Wir gehen von der Porta San Paolo/Piramide der aurelianischen Mauer entlang. Nach circa einem Kilometer beginnen rechts von uns hohe Mauern, hinter denen sich römische Villen in großen Parkanlagen verbergen. Wir suchen die „Casa del Jazz“, ein Konzertsaal für Jazzmusik, wo wir Marco vom Verein Libera treffen wollen. Bei der Nummer 55 der Viale di Porta Ardeatina eröffnet sich uns eine weitere große Parkanlage (25.000m²) mit mehreren kleineren Gebäuden.

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Marco, der junge Freiwillige, der sich seit Jahren für Libera engagiert, erwartet uns schon. Wir einigen uns darauf, dass er seine Ausführungen auf Italienisch macht und ich für die Reisegruppe dolmetsche.

Marco erzählt uns die Entstehungsgeschichte und die wichtigsten Meilensteine im Kampf von Libera gegen die Mafia.

Der volle Name des Vereins lautet: Libera: Vereine, Namen und Zahlen gegen die Mafia. Er wurde am 25. März 1995 gegründet und entstand als Interessenvertretung für die bis heute rund 3500 Mafia-Opfer in Italien. Eine der ersten Aktionen von Libera war eine Unterschriftensammlung für ein Gesetz zur sozialen Nutzung konfiszierter Mafiagüter, das 1996 auch in Kraft trat. Libera ist heute ein Netzwerk von mehr als 1600 Vereinen, sozialen Kooperativen, Gruppen, Schulen und Universitäten, die alle das Ziel haben, eine Kultur der Gesetzesmäßigkeit zu fördern. Libera hat in vielen Städten in Italien Büros mit ehrenamtlichen Helfern, die dazu beitragen, Liberas Prinzipien umzusetzen. Der Verein engagiert sich neben der Verwendung von der Mafia konfiszierter Güter für einen sozialen Zweck in der Demokratieerziehung, gegen Korruption, hält Antimafia-Workshops und führt Regionalentwicklungsprojekte durch.

Der Verein agiert nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch international. 2008 hat das Europäische Studienzentrum Libera unter die 100 besten Vereine in Italien gewählt. 2009 wurde Libera von dem Wirtschafts- und Sozialrat der Europäischen Union als „bester  zivilgesellschaftlicher Verein“ anerkannt.

Libera setzt sich für Opfer von kriminellen und mafiösen Gruppen ein und leistet legalen Beistand. Sie begleiten die Opfer bei dem schwierigen Weg, als „Zeugen der Gerechtigkeit“ Anzeige zu erstatten. Die bekanntesten Gruppen sind die sizilianische Mafia, die Ndrangheta und die Camorra, die ihre kriminellen Aktivitäten auch über Italien hinaus betreiben. Daneben gibt es im ganzen Land noch zahlreiche andere mafiöse Gruppierungen. In Rom war lange Zeit die „Banda della Magliana“ sehr bekannt.

Libera betreibt auf den von der Mafia konfiszierten und vom Staat zu sozialen Zwecken umgewidmeten Ländereien in Kooperativen Bio-Landwirtschaft. Die Produkte (z. B. Olivenöl, Wein, Pasta, getrocknete Tomaten) werden unter dem Label Libera Terra vor allem über Weltläden vertrieben. Einer dieser landwirtschaftlichen Betriebe in der Nähe von Corleone gehörte früher dem Boss aller Bosse, Totò Riina, der die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino samt Leibwächtern in die Luft sprengen ließ und bis in die 90er Jahre hinein über diese Gegend mit brutaler Gewalt herrschte. Neben landwirtschaftlichen Flächen werden auch illegal (z. B. durch Drogenhandel) erwirtschaftetes Geld und Unternehmen, denen mafiöse Machenschaften bzw. das Reinwaschen von Mafiageldern nachgewiesen werden können, konfisziert.

Mit meiner Reisegruppe befinde ich mich ebenfalls auf einem der konfiszierten Güter. Interessantes Detail: Der vorherige Besitzer, also ein Mafiaboss, hatte das Anwesen von der Kirche zu einem Spottpreis verkauft bekommen. Wie wir alle wissen gibt es innerhalb der katholischen Kirche die verschiedensten Strömungen, vor allem die, die gegen die weltliche Macht ankämpfen und die, die Macht und Geld suchen. Das war schon immer so. Und es ist in Italien natürlich bekannt, dass so mancher Kirchenmann auch mit der Mafia verstrickt ist, genauso wie es Berlusconi oder andere Politiker waren und sind. Dennoch steht hinter Libera ein bekanntes Gesicht aus der Kirche: Don Luigi Ciotti, der Präsident von Libera und bekannteste und am meisten gefährdetste Priester Italiens.

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Mit seinem Engagement setzt er sich der Gefahr der Mafia aus und lebt seit Jahren mit Polizeischutz. Don Ciotti 2015 in einem Interview mit der WELT:

„Wir haben heute ein nie da gewesenes Niveau der Verflechtung und Unterwanderung erreicht. Die Mafiaorganisationen mutieren ständig, bleiben aber immer, was sie sind: Mafia. Sie wechseln Fell, Kleider, Konterfei, Namen, Orte, aber Mafia bleibt Mafia. Die Mafia ist außerdem nicht nur eine kriminelle Organisation, sondern Komplize der Korruption und korrupter politischer Macht. Und bestimmte Machthaber helfen ihr beim Überleben.“

Fast zwei Stunden lauschen wir gebannt Marcos Ausführungen. Am Ende ergibt sich noch eine interessante Diskussion über das Phänomen Mafia, über die Gründe, warum vor allem Jugendliche so leicht zu involvieren sind, über das Thema Angst, wenn man sich als Bürger der mächtigen und skrupellosen Mafia widersetzt. Marco und seine WeggefährtInnen sind recht furchtlos. Don Ciotti sagt zum Beispiel über die Bedrohung: “Sie können auch das Leben einer einzigen Person auslöschen, aber mit Libera ist ein ganzer Kosmos entstanden, der nicht mehr so leicht zu besiegen ist.”

Die Mitglieder von Libera wollen mit dem guten Beispiel der Solidarität mit den Opfern und des Einsatzes für Demokratie und das Einhalten der Gesetze zeigen, dass Rechtschaffenheit der bessere Weg ist – und auch faire Arbeitsplätze schafft (wie zum Beispiel in der Landwirtschaft und neuerdings auch im Tourismus). Mitglieder von Libera gehen daher häufig auch in Schulen und reden mit jungen Leuten, um sie über das Phänomen Mafia und den Widerstand aufzuklären und das Problem sozusagen an der Wurzel anzupacken. Im oben genannten Interview erklärt Luigi Ciotti die Gründe für die Notwendigkeit von zivilgesellschaftlichem Engagement:

„Wir brauchen jetzt einen Ruck. Die Mafia ist heute stärker denn je. Um sie zu bekämpfen, brauchen wir nicht nur den Einsatz der Justiz und Sicherheitskräfte, sondern auch Sozialpolitik, Arbeit und Kultur, Bildung, Unterstützung der Familien, große Investitionen, die die Bedingungen für einen positiven Nährboden schaffen. Wir brauchen Bewusstsein, Verantwortung und Mut zum persönlichen Engagement und dürfen das nicht alles an Institutionen, Ermittler, Politiker, Sicherheitskräfte delegieren. Die Mafia ist stark, wenn die Politik schwach und die Demokratie blass ist.“

Weitere Informationen könnt ihr hier nachlesen:

www.libera.it
http://ilgiustodiviaggiare.it/
http://einewelt-leipzig.de/de/freiwilligendienst/italien/ Interessierte Jugendliche können bei Libera in Sizilien mitarbeiten

Zeitungsartikel:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/morddrohungen-gegen-anti-mafia-priester-don-luigi-ciotti-a-989287.html
http://www.welt.de/vermischtes/article145588371/Man-hat-dem-Pfarrer-eine-Falle-gestellt.html
http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/luigi-ciotti-der-anti-pate–93769891.html

Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=oY_sU-RGMGs&nohtml5=False
https://www.youtube.com/watch?v=Z1QoDwRELwM&nohtml5=False
https://www.youtube.com/watch?v=uRNOAbWehDc&nohtml5=False

Bildnachweis:
http://www.sovraintendenzaroma.it/i_luoghi/ville_e_parchi_storici/ville_della_borghesia/villa_osio (Foto der Villa)
https://www.youtube.com/watch?v=5F5GtV9jP4U (Foto von Don Luigi)
privat (Logo Libera)

Meine ganz persönlichen Sprachlern-Tipps

Meine ganz persönlichen Sprachlern-Tipps

Sprachen lernen macht Spaß! Suche dir Aktivitäten, die für dich und deinen Lernstil am besten passen.

 

Hier meine ganz persönliche Liste an Aktivitäten, die du tun kannst, um rasch Fortschritte beim Lernen der Sprache zu  erzielen:

***

Zu allererst: Interessiere dich für Italien! Das Interesse am Land selbst, der Kultur und den Menschen beschleunigt das Erlernen der Sprache.

Reise so oft wie möglich nach Italien!

Sprich mit den Menschen (an der Rezeption, im Restaurant, im Geschäft, am Strand, usw.)!

Blättere Zeitungen und Zeitschriften durch bzw. lese sie! Unterstreiche Vokabel und schlag sie nach.

Höre Radio und sieh Fern!

Schau dir italienische Webseiten im Internet an!

Bau dir eine italienische „Brieffreundschaft“ über Mail, Facebook oder sonstige soziale Medien auf!

Verlieb dich in einen Italiener oder eine Italienerin! (hat bei mir wunderbar funktioniert J)

Besuche Sprachkurse in Österreich und in Italien!

Murmle hin und wieder auf Italienisch vor dich hin oder singe deinen italienischen Lieblingsschlager in der Dusche!

Lerne Vokabel nicht als Einzelwörter, sondern in Sätzen bzw. Wortfamilien!

Besuche einen Sprachstammtisch! Du lernst neue und gleichgesinnte Menschen kennen, kannst viel üben und dich mit den anderen über viele Themen ungezwungen austauschen.

Lerne mit einer zweiten Person! Ihr motiviert euch gegenseitig und könnt Dialoge gleich üben. Das macht auch Spaß!

Nimm dir jede Woche zweimal eine Stunde Zeit, um irgendetwas auf Italienisch zu lesen, zu üben, zu lernen, zu hören usw. Du kannst auch im Auto oder beim Joggen Sprachlern-CDs oder italienische Musik hören oder die Zeit im Zug oder der U-Bahn nützen und einmal ein einfaches italienisches Buch lesen.

Suche dir einen Job, wo du die Sprache verwenden kannst!

Quatsche den Italiener in deinem italienischen Lieblingslokal an und wechsle ein paar Worte mit ihm!

Trau dich! Nütze jede Gelegenheit, um die Sprache anzuwenden, auch wenn du noch Fehler machst oder erst am Anfang stehst. Mit jedem gesprochenen und geschriebenen Wort wirst du besser!

***

Ich wende viele der genannten Strategien auch für die anderen Fremdsprachen, die ich erlernt habe und nicht vergessen will, selbst immer wieder an.

Coraggio e buon divertimento nell’imparare l’italiano e altre lingue!

PAESE CHE VAI, COSTUMI CHE TROVI – Ostern in Italien

PAESE CHE VAI, COSTUMI CHE TROVI – Ostern in Italien

Ostern (ital. Pasqua) in Italien wird heute dominiert vom uovo di pasqua. Meistens sind das riesige Schokoladeeier mit einem kleinen, meistens kitschigen, Geschenk drinnen. Je teurer das Ei, desto größer das Geschenk. Diese werden beim Besuch von Freunden und Bekannten mitgebracht und sind natürlich für Kinder ein Highlight. Die Schokoladeindustrie boomt zu Ostern. Eierfärben, Eierpecken, Eiersuchen zählen nicht zur italienischen Ostertradition.

Neben dem Schokoladeriesenei dominiert die traditionelle Colomba, der Osterkuchen in Form einer Friedenstaube. Die Tradition der Colomba stammt ursprünglich aus der Lombardei, ist aber heute in ganz Italien verbreitet. Die Legende will, dass der Lombardenkönig Alboin im 6. Jahrhundert während der Belagerung Pavias von einem Händler eine Mehlspeise in Form einer Taube als Symbol für den Frieden überreicht bekam. Wahrscheinlicher ist jedoch einfach eine geniale Produktidee einer lombardischen Firma Ende des 19. Jahrhunderts.

Obwohl sich in den italienischen Haushalten heute kaum jemand die Mühe macht, die Colomba selbst zu backen, kann es Spaß machen, dies zu tun – sofern man die Geduld und das nötige Geschick dafür aufbringt. Das traditionelle Rezept basiert auf Weizenmehl, Butter, Eier, Zucker, kandierte Orangenschalen und einer Mandelglasur. Attenzione: Die Zubereitung ist langwierig, weil der Teig zweimal gehen muss und der ganze Zubereitungsprozess daher mehr als 24 Stunden dauert.

In der Karwoche, la settimana santa, finden in ganz Italien, vor allem im Süden, Osterprozessionen statt. Dabei wird die Passion Christi vom letzten Abendmahl über die Fußwaschung bis zur Auferstehung„nachgespielt“. Meistens ist das ganze Dorf in der ein oder anderen Rolle involviert und auf der Straße, oft in historischen Kostümen. Zum Teil haben die Prozessionen volksfestartigen Charakter. Zu den bekanntesten und spektakulärsten Prozessionen zählen die in Caltanissetta, Trapani, Taranto, Palermo, Grassina bei Florenz, Sulmona in den Abruzzen und natürlich auch die Prozession des Papstes in Rom entlang der Via Crucis hin zum Kolosseum.

Der Ostermontag, Pasquetta oder das kleine Ostern, steht im Zeichen von Ausflügen in die Natur mit einem damit verbundenen Picknick mit Körben voller kulinarischer Leckereien. Die Wiesen, Wälder und Auen sind dann mit Scharen von größeren Gruppen bevölkert, die diesen Tag sehr ausgelassen feiern.

Ich wünsche allen LeserInnen meines Blogs ein frohes Osterfest! Auguri a tutti lettori del mio blog AUGURI DI BUONA PASQUA!

Links:

Anleitungen zur Zubereitung der Colomba:

Italienisch:

http://ricette.giallozafferano.it/Colomba-di-Pasqua.html

https://www.youtube.com/watch?v=m24x2LBVcqU

Deutsch:

http://www.ichkoche.at/italienische-ostertaube-colomba-rezept-11005

 

Mehr Informationen zu Passionsspielen und Prozessionen sowie kulinarischen Ostertraditionen:

http://www.meteoweb.eu/2014/04/settimana-santa-ecco-come-litalia-celebra-la-pasqua-tra-fede-tradizioni-e-cucina/276595/

http://www.italia.it/it/idee-di-viaggio/fede-e-spiritualita/la-pasqua-in-italia.html

Settimana_Santa_Enna_6 it.wikipedia.org

Rom – Stadt der Gegensätze

Rom – Stadt der Gegensätze

Wer eine Reise tut, kann viel erzählen. Und so beschäftigt mich weiterhin die Ewige Stadt.

Dieses Mal geht es um zwei für mich sehr gegensätzliche Bauten: Il Quirinale und il Corviale.

Der Quirinalspalast thront majestätisch auf dem Quirinalshügel, einem der sieben Hügel Roms. Der Palast ist Sitz des Staatschefs von Italien. Vom Platz vor dem Quirinal, auf dem man einer ähnlichen Wachablöse der Garde wie vor dem Buckingham Palace in London beiwohnen kann, hat man einen wunderbaren Blick auf Rom bis hin zur Kuppel des Petersdoms. In den Abendstunden ist alles in wunderbar pastellfarbenes Licht getaucht. Von dort ist man in fünf Minuten beim Trevibrunnen unten.

Ab dem 16. Jahrhundert residierten mehr als 30 Päpste zumindest zweitweise in dem von den bedeutendsten Barockarchitekten der Zeit wie Lorenzo Bernini oder Domenico Fontana erbauten Gebäude. Wo jetzt der Petersdom und der Vatikanstaat sind, war es aufgrund des nahegelegenen Flusses eher feucht und heiß. Da war das Klima auf dem Hügel sicher angenehmer. Außerdem war man näher am Geschehen der Kurienmitglieder, üblicherweise Vertreter von einflussreichen Adelsfamilien, die ihre Paläste in der Stadt hatten.

Seit 2. Juni 1946, dem Tag der Proklamation der italienischen Republik, ist der Quirinalspalast Sitz des italienischen Staatspräsidenten. An diesem Tag darf das Volk die Barockgärten des Quirinale besuchen, eine Oase der Ruhe in der oft hektischen Stadt. Die Fläche des Quirinalspalastes ist zwanzig Mal größer als die des Weißen Hauses in Washington und verfügt über 1.200 Räume, viele davon kunstvoll dekorierten Fresken.

Im Kontrast zu den Pastellfarben und der Majestätik des Quirinale, der Corviale, Il Corviale, für die Römer auch Il Serpentone, die Riesenschlange, hinter dem das römische Hinterland beginnt, wo Schäfer ihre Herden weiden, um dann den Käse Pecorino Romano zu fabrizieren.

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Warum nenne ich die beiden in einem Atemzug? Weil angeblich der Architekt des Corviale, Mario Fiorentino, vom Quirinalspalast beeinflusst war. Doch von Schönheit kann hier kaum die Rede sein. Das Gebäude im Besitz der Stadt Rom, das als soziales Wohnbauprojekt in den 70er Jahren entstand, war jahrzehntelang eine nicht gerade ambitionierte Adresse in Rom. In den 80er und 90er Jahren besetzten circa 700 Familien den noch unfertigen Bau, weil die versprochenen Wohnungen einfach nicht bezugsfertig wurden. In den Jahren danach hat sich niemand mehr um das Gebäude und seine Bewohner gekümmert. Es wurde dem Verfall überlassen. Die Bewohner trauten sich jahrelang nicht einmal zu erwähnen, dass sie dort wohnten, weil sie sich schämten. Erst in den letzten Jahren gab es Pläne zur Sanierung des Megabaus mit all den sozial Problemen der Menschen, die er mit sich brachte. Es gab bis vor Kurzem dort kaum Job-, Einkaufs-, und Freizeitmöglichkeiten. Langsam scheint der Corviale wieder am Radar einiger engagierter Politiker zu erscheinen.

Poeti e pittori anonimi der Trullo – ein anderes Gesicht von Rom

Poeti e pittori anonimi der Trullo – ein anderes Gesicht von Rom

Ein Leben reicht nicht aus, um Rom zu kennen. Das sagen die Römer selbst von ihrer Stadt. Die Stadt hat so viele Facetten. Oft liegen Prunk und Verfall eng nebeneinander.

Das Stadtviertel Trullo ist in Rom bekannt für Drogenhandel, Gewalt, Kriminalität. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts siedelten sich Einwanderer aus dem Süden an, Kalabresen und Sizilianer, heute sind es Einwanderer aus Polen und Rumänien, aus Nordafrika und dem Nahen Osten. Tiefe Löcher im Asphalt, offene Kanaldeckel, beschmierte Fassaden, und das seit Jahren und oft Jahrzehnten, wie uns Mario D’Amico erzählt. Er ist einer der Pittori anonimi der Trullo, also der anonymen Maler des Trullo, den ich mit einer Reisegruppe aus Oberösterreich, die ich begleite, treffe. Wir sind die ersten Touristen, die sich in das Viertel „verirren“. Die Bewohner schauen uns erstaunt hinterher.

Das Viertel Trullo wurde während des Faschismus am südwestlichen Stadtrand errichtet, um Wohnraum für die enteigneten Bewohner des Borgo Pio und des Rione Monti zu schaffen. Das Borgo Pio wurde von Mussolini zerstört, um die Via della Conciliazione, die von der Engelsburg bis zum Vatikan führt, zu erbauen. Im Rione Monti wurde die Via dei Fori Imperiali errichtet, die von der Piazza Venezia zum Kolosseum führt. Die Häuser aus der Zeit des Faschismus sind noch gut erkennbar. Die Strukturen regelmäßig. Seit dem zweiten Weltkrieg sind der Wohnungsbau und auch die Vermietung von Sozialwohnungen chaotisch und illegal, nicht nur im Trullo.

Stadtplaner würden heute vielleicht von „bottom-up urban requalification“ sprechen, also der „urbanen Erneuerung von unten“. Arbeitslose Bewohner der römischen Borgata Trullo im Südwesten Italiens Hauptstadt Rom werden aktiv und verschönern ihr Viertel. Sie geben den heruntergekommenen, mit Schimpfwörtern beschmierten Häusern ein neues Gesicht, ein buntes, ein künstlerisches. Am Beginn sind es Nacht- und Nebelaktionen. Die Sache ist natürlich nicht legal. Zu Viert rücken sie mit Leitern und Farbtöpfen bewaffnet aus, bemalen Hauswände, Treppen, Mülleimer, Zäune. Zuerst in der Angst erwischt zu werden.

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5 Gründe Italienisch zu lernen

5 Gründe Italienisch zu lernen

Heute möchte ich fünf, meiner Meinung nach, sehr gute Gründe nennen, Italienisch zu lernen:

Die Sprache ist einfach SCHÖN!
Alleine die italienische Sprache anzuhören ist ein Genuss. Es ist wie Musik in unseren Ohren!

Um Reisende zu sein und nicht nur Touristen!
Damit meine ich, dass ihr mit Kenntnissen der Landessprache einfach näher an das Land und die Menschen herankommt. Reisen wird dann einfach noch spannender, wenn man zumindest ein bisschen etwas verstehen, lesen und sprechen kann. Man lernt dann viel schneller Einheimische kennen und kommt mit ihnen, zum Beispiel bei einem caffè irgendwo in einer Bar, ins Gespräch.

Sprachen lernen hält geistig jung!
Studien belegen, dass nicht nur das Gedächtnis trainiert wird, sondern mehrsprachige Menschen generell kreativer, flexibler und anpassungsfähiger sind.

Für den Beruf!
Italienisch wird zwar nicht so oft nachgefragt wie Englisch oder vielleicht sogar Spanisch, dennoch gibt es gerade viele Firmen, die geschäftliche Kontakte in Italien haben oder italienische Firmen im deutschsprachigen Raum.
Italienisch ist zum Beispiel auch eine offizielle Sprache der OSZE, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. D. h. auch im internationalen Kontext kannst du dich durch Italienischkenntnisse von anderen Kandidaten unterscheiden.

Wegen der Kultur!
In die italienische Literatur kann man so richtig eintauchen, wenn man nicht auf Übersetzungen angewiesen ist, wenn man einen Film in Originalsprachen sehen oder italienische Autoren in Originalsprache lesen kann oder bei italienischen Liedern oder Arien auch den Text versteht. Italienisch ist außerdem die Sprache der Mode, des besten Essens, des Weines und der Liebe.

Kulinarischer Geheimtipp

Kulinarischer Geheimtipp

Heute ein Geheimtipp von mir aus der Region Castelli Romani, wo ich lange gelebt habe: Coppiette! Wenn ihr einmal Gelegenheit habt, in die Region südlich von Rom zu fahren, dann probiert unbedingt diese köstlichen Würste! Mmmhhh, buonissime!
(Sorry, für die Veggies unter euch, die diesen Eintrag jetzt sicher nicht sehr nett finden…vielleicht gibt es sie ja auch schon mit Tofu :))

http://www.buonissimo.org/…/10998_Coppiette__caratteristich…